21 // Filmvorführung: Vor der Stille mit Regisseur Richard Dols

Der berührende Film

… möchte die Zuschauer in die Erfahrungen Sterbender einführen und so zeigt der Film, was die letzte Lebensphase für Menschen bedeuten kann, wenn sie Aufmerksamkeit und Offenheit für ihre Geschichten und Bedürfnisse erfahren.

Die Hauptfiguren öffnen ihre Türen während einer höchst verwundbaren Periode und erleben wie es ist, sich trotz Pflegeumgebung menschlich und nicht nur geduldet zu fühlen.

Vor der Stille ist ein bewegender Film über Menschen in unter-schiedlichen nierderländischen Hospizen. Die sieben Charaktäre teilen ihre persönlichen Geschichten, Hoffnungen, ihren Glauben und ihre Ängste … sie lassen uns teilhaben an ihren inneren Kämpfen, ihrer Verbundenheit, ihren Leidenschaften sowie Frustrationen und der Schwierigkeit lozulassen. Und es scheint, als hätte das Leben diesen Menschen in seinen letzten Monaten mehr zu bieten als sie selbst erwartet hatten.

Nach der Premiere wurde der Film über anderthalb Jahre in nieder-ländischen Kinos gezeigt. Er lief auf internationalen Festivals, von Porto Alegre über Phnom Penh bis Los Angeles und wurde mehrfach ausgezeichnet.

Originaltitel: Voor de stilte, Niederlande | 2015 | 87 min., Sprache: Niederl. mit dt. Unteriteln, Regie: Richard Dols, Co-Regie: Hanneke Som & Ruud Geuijen, Produktion: Stichting Zuyderzigt & Voyart Films

… mehr als nur ein Kino

Vom Movie über das Diana und Capitol bis hin zum Apollo Kino&Bar: Dank zweier Filmfreunde hat das Programmkino in Aachen einen weiten Weg zurückgelegt und dieses Engagement wird regelmäßig von höchsten Stellen prämiert.

Seit 40 Jahren haben sich die Betreiber dem Arthaus verschrieben. Und wenn Hans-Peter Coenen und Walter Render ins Erzählen geraten, kann man als Zuhörer:in schon mal mit den Ohren schlackern.

In seiner bisherigen Zeit als Kinobetreiber hat das Duo so etliches erlebt, das das Zeug zur unterhaltsamen Anekdote hat, wie etwa die Episode mit Christoph Schlingensief, der das Audiosystem ihres Kinos einmal an seine Lautstärkegrenzen trieb oder die Premierenfeier im Wohnzimmer Rosa von Praunheims.

Ausschweifende Begegnungen mit Filmschaffenden gehören zu unzähligen Anekdoten ihrer Kinogeschichte und so konnte es bei Stop making Sense, einem Film der Talking Heads, auch schon einmal vorkommen, dass alle Leute im Zuschauerraum spontan aufsprangen und lostanzten: »Im Grunde war das schon Mitte der 80er Jahre die allererste Party, die wir in einem Kino veranstaltet haben.« … und diese gehören in der Gegenwart zum guten Ton, denn neben dem erlesenen Filmprogramm fungiert das Kino auch und gerade am Wochenende als Aachens heißgeliebte Partylocation.

Text erstmalig veröffentlicht auf loehrzeichen.de und klenkes.de.

Das Aachener Kinourgestein zeigt sich nicht nur kulturell, sondern auch gesellschaftlich verantwortlich. So organisieren die Betreiber eine Benefizvorführung des niederländischen Dokumentarfilms Vor der Stille mit Regisseurbesuch zugunsten der Hospizstiftung Region Aachen.

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